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1 Mai 2007
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Nach dem wuchtigen Staffelauftakt nimmt sich die Episode Strangers der US-SerieThe Walking Dead Zeit für die Beziehungen der Figuren untereinander und erlaubt sich gleichzeitig, ein neues Ziel zu setzen.

Im fünften Staffelauftakt von „The Walking Dead“ (No Sanctuary) wurde kurzer Prozess mit Terminus gemacht. Vor allem dank Carol (Melissa McBride), der One-Woman-Rambo, gelang es der Gruppe, aus der Gefangenschaft der Terminiten zu entkommen, viele der Bewohner zu töten und deren Kannibalenkult in die Schranken zu weisen. Dass das nicht restlos gelungen ist, zeigt nun die Episode Strangers, die mehrere Vermutungen belegt.

Zeit für Aussprachen und Geständnisse


Zahlreiche Figuren kommen in der neuen Episode zu teilweise lange überfällige Aussprachen. Überraschend schnell wird etwa Tara (Alanna Masterson) verziehen. Sie ließ sich vom Governor (David Morrissey) in seinen Angriffsplan auf das Gefängnis verwickeln, half aber im Endeffekt Glenn (Steven Yeun), aus dem von Zombies überrannten Gefängnis zu entkommen. Sowohl Rick (Andrew Lincoln) als auch Maggie (Lauren Cohan), deren Vater Hershel bekanntlich vom Governor mit Michonnes Schwert geköpft wurde, vergeben ihr, dass sie sich vom Governor hat blenden lassen.

Tyreese (Chad Coleman) und Carol sprechen ebenfalls über Gefängnisaltlasten. Konkret geht es um Carols Mord an Karen und darum, ob und inwiefern die Gruppe diesen Mord verzeihen kann. Auch was mit den beiden jungen Mädchen (Mika und Lizzie) passiert ist, soll ihr Geheimnis bleiben. Nachdem Carol eigenhändig die gesamte Gruppe befreit hat, besteht kaum noch Zweifel daran, dass man sie braucht. Das sieht auch Rick ein, der sich bei ihr bedankt und entschuldigt, dass er sie verstoßen hat. Es soll zum Austausch der Uhren kommen: Carol hat Ricks Uhr, die er damals Sam gegeben hatte, der im Staffelauftakt starb, was er auch ihr noch einmal sagt. Carol verzichtet jedoch auf die alte Uhr ihres Exmanns und damit symbolisch auf ein Leben, das sie längst hinter sich gelassen hat. Es wirkt sogar ein bisschen so, als würde Rick ihr die Anführerschaft der Gruppe überlassen, was sicherlich gar nicht einmal so uninteressant wäre.

Das Ganze passiert allerdings nur informell, denn Rick bleibt der Entscheider und das Sprachrohr der Gruppe, etwa als es darum geht, einem Hilferuf nachzugehen, der sich als Geistlicher Gabriel (Seth Gilliam, ein weiteres Castmitglied von „The Wire“) herausstellt. Michonne möchte die Untoten erledigen, die sich um ihn herum versammelt haben und greift instinktiv zum Schwert, das ihr aber abgenommen wurde. Hoffentlich findet sie bald wieder ein neues, denn ohne Schwert ist die Figur nur halb so bad ass. Doch auch mit einem Gewehrgriff kann sie die Walker außer Gefecht setzen und Gabriel aus seiner misslichen Lage befreien.

Warum?

Wie (fast) jedem potentiellen neuen Gruppenmitglied (Eugene, Rosita, Abraham und Tara wurden wohl ausgespart) werden Gabriel die drei Fragen gestellt: Wie viele Walker hat er getötet? Wie viele Menschen? Und warum? Gabriel kann zwei der Fragen mit null beantworten und nennt die Leitung Gottes als Grund. Doch da das auch für einen Gottesdiener unmöglich erscheint, muss das nur die halbe Wahrheit sein. Gabriel jedenfalls bietet der Gruppe für die Hilfe eine Unterkunft an: seine Kirche, in der er die letzten Wochen und Monate überleben konnte. Weil er einen merkwürdigen Sinn für Humor beweist, durchsucht die Gruppe das Areal allerdings zunächst. Gefunden werden aber nur Zeichnungen, Bibelabschriften und leere Konservendosen.

Gabriels Version seines Überlebensplans basiert auch genau darauf: Essenspenden, die die Kirche erhalten hat, haben sein Überleben gesichert. Als sich sein Vorrat dem Ende geneigt hat, ist er in der Region auf Nachschubsuche gegangen. Aber nur dorthin, wo er ohne zu töten herankam. Eine Food Bank (in Deutsch vergleichbar mit „Die Tafel“) hat er dabei bisher jedoch gemieden, weil dort rund ein Dutzend Walker im Weg waren. Schnell wird klar, dass die Gruppe mit dieser Anzahl fertig wird, sodass ein supply run organisiert wird.

Gabriel, der Sünder - You'll burn for this!

Rick merkt natürlich, dass mehr hinter Gabriels Überleben stecken muss. Darum besteht er darauf, dass er mitgeht und nicht nur eine Karte zeichnet. Tyreese und Carl (Chandler Riggs) sollen auf die Gruppe und Tochter Judith aufpassen. Carl trichtert er außerdem unmissverständlich ein, dass er sich nie zu sicher fühlen sollte, eine Situation könne sich innerhalb einer Sekunde komplett drehen. Während Carl sich zunächst fragt, warum man von jedem das Schlimmste vermutet muss, hat sein Vater doch Recht. Carl findet draußen an der Kirche tiefe Einkerbungen und den Satz: „You'll burn for this“ („Dafür wirst du in der Hölle schmoren“), was er auch unmittelbar seinem Vater zeigt. Hat sich der Geistliche etwa in seiner Kirche verschanzt und niemanden reingelassen?

Auf Nahrungsmittelsuche machen sich jedenfalls neben Rick auch Bob (Larry Gilliard Jr.), Sasha (Sonequa Martin), Michonne (Danai Gurira) und Gabriel auf. Im Lager finden sie dann eine übelriechende Regenwassergrube mit Exkrementen (?) und einigen aufgedunsenen Walkern vor, die mitten in einem Raum voller Vorratsregale schwimmen. Der Plan ist für die Gruppe schnell klar: Die Regale müssen verschoben werden, um die Untoten auf Distanz zu halten. Die Untoten sollen nach und nach erledigt werden, um dann mit den Vorräten zur Kirche zurückzukehren. Soweit so klar, wenn da nur nicht Angsthase Gabriel wäre. Der Anblick einer Untoten mit Brille macht ihn so flatterig, dass er versucht zu fliehen. Am Episodenende wird zwar klar, dass es eine ihm wichtige Person ist. Rick jedenfalls schaut zunächst nur zu, greift dann aber ein und lässt die Gruppe ein Regal auf die Untoten werfen, um aus der misslichen Lage zu kommen.

Bob, der Unglücksrabe

Doch das ist nicht das Einzige, was schief läuft. Auch Bob wird von einem Wasserwalker angegriffen. Zwar kann seine Freundin Sasha ihn retten, doch sein Blick wirkt so, als wäre etwas mit ihm nicht in Ordnung. Hat's ihn etwa doch erwischt? Noch am Episodenanfang sah man Bob und Sasha ein Spiel spielen. Sasha nennt etwas Negatives, was eine Hürde für das alltägliche Leben darstellt und Bob versucht etwas Positives daraus zu machen. Doch einen Zombiebiss kann man nicht positiv sehen. Bob macht bei der Rückkehr gute Miene zum bösen Spiel. Der Verdacht liegt nahe, dass er seine letzten Momente auskosten will. Er küsst Sasha noch mehrmals und verlangt einen weiteren Kuss. Kurze Zeit später verlässt er die Kirche und geht nach draußen, wo er wahnsinnig lächelt und schließlich weint. Warum, außer wegen eines versteckten Bisses, sollte er das tun?

Seine Unachtsamkeit nutzt ein Angreifer, um ihn auszuknocken. Sofort lernen die Zuschauer, dass es sich dabei um die Überbleibsel aus Terminus handelt. Gareth (Andrew J. West) und der Baseballkappenträger Martin (den Tyreese wohl doch nicht töten könnte) gehören unter anderem zu der kleinen Gruppe, die sich nun in der Nähe der Kirche versteckt und auf die Jagd macht. Doch nicht etwa nach normaler tierischer Beute. Nein, Menschen stehen auf dem Speiseplan, wie nun auch ganz offiziell bestätigt wird. Genauer gesagt ist es Bobs Bein, das hier nun verspeist wird. Doch sollte sich bewahrheiten, dass er gebissen wurde, wird ihnen ihr Mahl sicherlich im Hals stecken bleiben. Zunächst jedoch sieht man, wie Gareth und Konsorten das Fleisch des trockenen Alkoholikers verspeisen und Gareth ihm gegenüber einen langen erklärenden Monolog hält. Die Jagd ist eröffnet. Fragt sich allerdings: auf wen? Wie gut ausgerüstet sind Gareth und Co. noch? Wie geübt sind sie im direkten Kampf, ohne sich verschanzen zu können?

Die Autoren haben sich mit Bob nun einen Todeskandidaten gewählt, der Rick zuvor ins Gewissen geredet hat, dass der Weg nach Washington unvermeidbar ist. Doch Bob wird diesen Weg nun nicht mehr antreten können.

Daryl und Carol = Darol

Gefahr wittert auch Daryl (Norman Reedus), der noch vor dem Treffen mit Gabriel das Gefühl hat, dass die Gruppe beobachtet wird. Danach gefragt, verneint Gabriel, dass er es war. Daryls Bauchgefühl soll sich aber später als richtig erweisen: Jemand beobachtet die Gruppe tatsächlich. Wahrscheinlich sind es sogar zwei Fraktionen.

Daryl versucht die Episode über, ein klärendes Gespräch mit Carol zu suchen. Doch die möchte über Vergangenes nicht sprechen. Gemeinsam finden sie ein Auto, das als Notfallplan dienen soll, wenn sich die Kirche als Sackgasse erweist. Außerdem beschaffen die beiden Wasser. Als sich Daryl jedoch als großer Macker aufführen will, der mehr als zwei Kanister trägt und dabei einen fallen lässt, erntet er nur ein müdes Lächeln von Carol. Später - also nach dem supply run - versucht Carol sich von der Gruppe zu entfernen und trifft auf einen Walker. Daryl folgt ihr und will wissen, was sie beabsichtigt. Es sieht so aus, als wolle sie wieder auf eigene Faust weiterziehen. Doch soweit kommt es nicht, da Daryl den Leichenwagen wiedersieht, der damals Beth (Emily Kinney) fortgeschafft hat. Gemeinsam nehmen sie im Auto die Verfolgung auf.

Mr. Grimes and his crew go to Washington

Nach der erfolgreiche Verpflegungssuche, bei der neben den Nahrungsmitteln, auch noch drei Schalldämpfer gefunden wurden, ist es Zeit für ein ausgiebiges Abendessen. Diese Gelegenheit nutzt nun Abraham (Michael Cudlitz), um der Gruppe sein Anliegen zu unterbreiten. Für den Ex-Militär ist die Perspektive, ständig nur in den Tag hinein zu überleben und diesen Prozess tagtäglich zu wiederholen, keine, die er ewig verfolgen möchte. Mit einer Gruppe, die so effizient funktioniert, möchte er den nächsten Schritt wagen. Also schlägt er vor, gemeinsam den Weg nach Washington, D.C. anzutreten. Denn Eugene (Josh McDermitt) behauptet, dass man dort die Zombieapocalypse umkehren könnte und auch die Infrastruktur vorliegt (Verpflegung, Benzin, Unterkunft, etc.), um gewisse zivilisatorische Gegebenheiten wieder aufzubauen und neu zu starten.

Überraschend schnell stimmt Rick dem Plan zu. Sicherlich auch bedingt dadurch, dass ihm seine Tochter Judith eine neue Perspektive auf die Zukunft gibt. Der Rest der Gruppe freut sich jedenfalls auf seine Entscheidung. Bis auf Carol und Bob, deren Gründe dafür bereits angesprochen wurden. Womöglich ist es der Shortbus (in Deutschland vielleicht eher als „Telebus“ geläufig), der die Gruppe dorthin bringen soll. Ein genauer Plan muss ohnehin noch ausgearbeitet werden. Durch das Verschwinden von Bob, Daryl und Carol kann es auch sein, dass sich der Aufbruch noch verschieben wird.

Fazit

Die Episode Strangers der US-Serie „The Walking Dead“ bietet eine Mischung aus charakterbezogenen Momenten, voller Beichten, Geständnissen und Geheimniskrämerei sowie den Aufbau für das weitere Vorgehen der Gruppe und ein klein wenig Ekel-Zombie-Action.

Tyreese nimmt Beths Rolle als Babysitter ein und hat es wohl doch nicht über das Herz gebracht, den Beinahe-Mörder von Judith zu töten - was sich nun vielleicht noch rächen soll. Tara wird von der Gruppe aufgenommen, obwohl sie vorher auf der Gegenseite stand, perfekt platziert also, um als Opfer Wiedergutmachung zu leisten. Der Geistliche Gabriel, der sicherlich ein düsteres Geheimnis verbirgt, darf ebenfalls auf den Gruppenrückhalt setzen. Wie ehrlich Bob ist, wird sich noch zeigen müssen. Aktuell steht zu erwarten, dass er eines der nächsten Todesopfer wird, dabei aber immerhin seinen Jägern eine böse Überraschung hinterlassen könnte. Die Jäger werden die Gruppe sicherlich noch ein paar Episoden beschäftigen, aber die Halbstaffel wohl kaum überleben. Denn spätestens wenn Rick davon erfährt, wird er keine Gnade walten lassen - Judith hin oder her.

Judiths Präsenz sorgt dafür, dass Rick zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder etwas hoffnungsvoller durch die Welt schreitet. Es kann durchaus sein, dass er bereit ist, die Anführerschaft an Abraham oder Carol abzutreten. Ob das wirklich der Fall ist, muss sich aber noch zeigen.

Wasserzombies, die so aufgedunsen sind, haben wir in der Serie lange nicht mehr gesehen, und in dieser Anzahl erst recht nicht. Von den bisherigen Untoten gehören diese sicherlich zu den ekelerregenderen. Eine Gefahr oder ein Spannungsgarant sind sie in diesem Kapitel der Zombiesaga allerdings nur bedingt. Bis auf den dramatischen Abschluss ist diese Folge also eher eine durchschnittliche Aufbauepisode, die nach dem Auftakt allerdings auch nötig war, da sie der Gruppe nun ein neues eindeutiges Ziel verschafft.

Quelle: Review The Walking Dead 5x02: Strangers - Gabriel