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1 Mai 2007
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In der Episode The Distance der US-Serie The Walking Dead steht die Gruppe vor der Frage, ob sie einem verheißungsvollem Angebot nachkommen soll oder nach den zuvor gemachten Erfahrungen lieber skeptisch bleiben soll.

Die Episode The Distance verheißt einen Neuanfang für Ricks Gruppe. Die Frage ist nur: Nimmt sie das Angebot an oder geht sie auf Nummer sicher und nagt weiter am Hungertuch?

Der extrem saubere und hyperfreundliche Aaron (Ross Marquand) möchte eine Audienz beim Ricktator (Andrew Lincoln) haben. Als Sasha (Sonequa Martin) und Maggie (Lauren Cohan) ihn in die Scheune führen, ist die Gruppe zunächst in Alarmbereitschaft und ready to rumble. Vor allem Rick zeigt sich sehr angriffslustig - weder Worte noch Bilder können ihn davon überzeugen, dass Aaron nichts im Schilde führt. Der hat eine Weisheit im Gepäck: Das Einzige, was wichtiger als Sicherheit sei, seien die Leute, die eine Gruppe stark machen. Nach den Erfahrungen mit Woodbury, Terminus, dem Gefängnis und anderen kleineren Gruppierungen ist Rick allerdings lieber vorsichtig und bringt Aaron mit einem Schlag zum Schweigen.

Stranger Danger

Rick geht direkt in den Beschützermodus über, und die meisten aus der Gruppe folgen den Anweisungen, die er bellt. Sie schauen sich nach weiteren Begleitern Aarons um. In seinem Rucksack finden sie eine Signalpistole, was zur Frage führt, wie viele Menschen die Gruppe umfasst. Rick kann Aaron unter anderem deswegen nicht vertrauen, weil er weiterhin lacht, obwohl er geschlagen wurde. Bestätigt wird, dass er derjenige ist, der der Gruppe das Wasser angeboten hat. Er verfolgt und beobachtet die Gruppe schon länger und ist vor allem davon beeindruckt, dass sie trotz Nahrungsmittelmangel zusammengehalten und sich nicht zerfleischt hat.

Aaron scheint größtenteils sehr offen zu sein. Er erzählt von einem Begleiter, der ein weiteres Auto hat, mit dem man größere Gruppen mühelos in die Community bringen könnte. Hätte er vorgehabt, die Gruppe anzugreifen, dann hätte auch einfach ihre Hütte abfackeln können. Rick zweifelt weiter, doch Michonne (Danai Gurira), die schon längere Zeit etwas Neues suchen will, redet auf ihn ein. Rick will nämlich schon wieder einen Umweg machen. Zunächst soll also eine kleinere Gruppe die Lage sondieren und die fahrbaren Untersätze finden. Es bieten sich Maggie, Glenn (Steven Yeun), Abraham (Michael Cudlitz), Michonne und Rosita (Christian Serratos) an, denen eine Stunde eingeräumt wird, um zu beweisen, dass Aaron die Wahrheit sagt. Der Rest soll sich in Duos gruppieren und in Sichtweite bleiben, während Rick auf Judith aufpasst und bei Aaron bleibt.

Man kann Ricks Handeln sicherlich nachvollziehen, besonders da er zwei Kinder hat, die er beschützen möchte und weil ihm die Vergangenheit schon oft genug bewiesen hat, was für ein Abschaum manche Menschen sind. Während der Rest der Gruppe schneller bereit ist, Aaron und seinen Beweisen zu glauben, handelt Rick hier hart, aber rational - und das recht konsequent. Aaron selbst ist es als ehemaliger Mitarbeiter einer NGO gewohnt, bedroht zu werden, und nimmt die Situation bestmöglich hin. Seine Gruppe wird ihn nicht umsonst als denjenigen ausgesucht haben, der nach weiteren Mitgliedern sucht.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Hätte man Ricks Gruppe länger beobachtet, hätte sich jedoch auch ein anderes Bild ergeben können. Hätte man ohne den Kontext gesehen, was etwa in der Kirche passiert ist, wäre das Angebot wohl nicht gekommen. Schaut man sich hingegen an, wie fürsorglich man sich um Tyreese gekümmert hat, nachdem er gebissen wurde, dann schon eher. Seitdem ist die Gruppe aber auch on the road und deswegen im „Gemeinsam sind wir stark“-Modus, der sie etwa von Joe's Claimer-Gruppe unterscheidet. Und auch die Menschlichkeit hat man sich bewahrt, anders als etwa die Terminiten.

Michonne fasst es gut zusammen: Die Gruppe ist sehr stark durchmischt und umfasst jemanden, der beim Erzfeind mitgelaufen ist (Tara), einen Geistlichen (Gabriel) und eine Verrückte mit einem Schwert (Michonne selbst). Ein bunter Haufen also, der davon profitiert, das man an einem Strang zieht und das Beste aus einer verfahrenen Situation macht.

Nur Rick ist noch nicht überzeugt von Aarons Angebot und bleibt hart. Statt das Apfelmus von Aaron zu nehmen, zerkleinert er einige Eicheln für Baby Judith mit dem Griff der Waffe. Aaron kann nicht mit ansehen, wie Rick stur seine Linie fährt und weist ihn auf die Baby gerechte Nahrung hin und will gleichzeitig verhindern, dass sie durch ihr Schreien Walker anlockt. Er preist seine Heimat erneut an und stellt fest, dass Judith dort unbehelligt Baby sein könnte, da der Ort so geschützt ist, dass das Geschrei nicht gefährlich wäre. Rick lässt Aaron den Vorkoster spielen, der sich aber (halb-)verdächtig macht, als er vorgibt, eine Abneigung dagegen zu haben. Dass Rick gerade sein Baby beschützt, ist mehr als verständlich und hilft ihm insgeheim wohl dabei, Aaron langsam, aber sicher zu vertrauen. In Babyschritten...

SpaghettiOs

Die Gruppe rund um Abraham Ford kann Aarons Geschichte bestätigen und findet ein Auto samt komfortablem Wohnwagen, in dem außerdem eine ganze Menge von Vorräten und Konserven, darunter die von Abe so geliebten SpaghettiOs zu finden sind. Nach seinem Ausrasten wegen Eugenes Lüge taut er endlich wieder auf und entschuldigt sich auch für sein Verhalten bei Rosita, indem er mit ihr in Erinnerungen schwelgt.

Die Beute bringt das Quintett zurück in die Scheune und Rick beansprucht das gefundene Essen für seine Gruppe, egal was passiert. Für den Rest der Gruppe, allen voran Michonne, steht nun fest, dass man das Angebot annehmen sollte. Und auch Daryl teilt - wenn auch gewohnt unkonventionell - mit, dass die Scheune wie Pferdescheiße rieche und es deswegen an der Zeit sei, zu neuen Ufern aufzubrechen.

Rick stellt aber wieder Sonderwünsche. Er will eine Wegbeschreibung und nimmt einen anderen Weg als den, den Aaron vorschlägt. Seine Paranoia oder Übervorsicht lässt sich ihm vorerst nicht austreiben, was die Gruppe oft schon vor Gefahr bewahrt hat, bisweilen aber auch direkt in diese getrieben hat. Und eigentlich würde Aaron am liebsten fahren, aber auch das wird ihm nicht gestattet. Allerdings verrät er auch nicht, wo genau das wunderbare Utopia liegt - Rick und er sind sich vielleicht gar nicht so unähnlich. Beide verhandeln hart, gehen aber gewisse Kompromisse ein, da sie dem Gegenüber nicht vollends trauen. Im Gespräch mit Michonne teilt Rick ihr dann mit, dass er in Terminus und Woodbury nie das unbekümmerte Stadtleben gehört hat, was mittlerweile ein Warnsignal für ihn ist. Dennoch macht man sich auf, wählt aber die für Aaron unbekanntere und unsicherere Variante in der Nacht und über einen anderen Highway-Abschnitt.

Alle 50 Staaten

Über Aaron erfahren wir, dass er Nummernschilder sammelt und gerne welche aus allen 50 Bundesstaaten als Deko für sein Haus hätte. Michonne, die sich ein wenig von der Idee eines neuen Zufluchtsorts hat blenden lassen, kann kaum fassen, dass Aaron ein Haus für sich allein haben soll. Die Bilder, die Aaron ihr zeigt, bringen sie ins Grübeln. Warum sind darauf niemals Menschen zu sehen? Aaron versucht, das mit den schlechten Gegebenheiten beim Fotografieren zu rechtfertigen, doch das und ein Abhörgerät sorgen dafür, dass die ganze Besatzung des Autos Verdacht schöpft und gleichzeitig unvorsichtig fährt. Das konstruierte Drama an dieser Stelle kann man durchaus kritisch betrachten. Es gibt denkbar bessere Momente zum Hinterfragen eines Plans als nachts auf einer unbekannten Strecke, die man obendrein noch selbst ausgesucht hat. Da sind Rick und Co. also selbst schuld. Auch die drei Fragen an ein potenzielles neues Gruppemitglied haben sie nicht gestellt. Obwohl Aaron verwirrt ist, kann er nicht genau benennen, wie viele Untote er in die ewigen Jagdgründe geschickt hat, wohingegen er genau weiß, dass er zwei Menschen getötet hat, die sein Leben bedroht haben.

Dead Men Driving

Mit vollem Karacho fahren Rick und Co. durch den nicht freigeräumten Straßenabschnitt, wodurch sie das andere Auto aus den Augen verlieren und das eigene fahruntauglich machen. Sie müssen nun zu Fuß weiter und werden zu allem Überfluss vom Rest der Gruppe getrennt. Als Aaron die Leuchtrakete seines Partners sieht, kennt er kein Halten mehr. Der sonst bislang coole Typ wird dort sehr emotional. Während Rick und Michonne relativ nah zusammenbleiben, muss Glenn sich den Weg durch die Untoten schießen und kann gerade mal so den Zweikampf mit einem Beißer gewinnen, ehe er Aaron wiederfindet.

Für den Zombiekill der Woche sorgt dann Rick, der die Signalpistole nutzt, um einen Walkerschädel zu erleuchten. Aaron und Glenn raufen sich schließlich zusammen, werden mit Rick und Michonne wiedervereint und kommen endlich auch an Route 16, also der eigentlichen Route, an, wo auch der Rest der Gruppe wartet und Daryl Pfeifsignale gibt.

Die hat inzwischen Eric (Jordan Woods-Robinson) gefunden und verarztet. Er ist Aarons Begleiter und, wie sich bei ihrem Kuss und ihrer süßen Interaktion (Nummernschild!) bei ihrem Wiedersehen herausstellt, auch sein Lebenspartner, der sich einen Knöchel gebrochen hat und von Maggie verarztet wurde. Für die Rettung seines Freundes steht Aaron in der Schuld der Gruppe, will jedoch erst am nächsten Tag weiterziehen. Hardliner Rick will den beiden aber verbieten, in der Nähe voneinander zu nächtigen - natürlich nicht, weil er homophob ist, sondern weil er nach wie vor an eine mögliche Gefahr glaubt. Erst die Überzeugungsarbeit von Glenn kann ihn umstimmen, da sie beide unbewaffnet und teils verletzt sind.

So wird erst am nächsten Tag die Fahrt fortgesetzt und Washington D.C. ist am Horizont sichtbar, was Abraham und Rosita Hoffnung gibt, auch wenn der Tank sich langsam dem Ende zuneigt und der Wohnwagen bald wieder mal steht. Eine neue Batterie muss her, doch Glenn weiß zum Glück, dass das nur ein kleines Problem ist, und bald geht es auch schon weiter.

Auch Rick sieht ein, dass der Kampf so langsam zu Ende gekämpft ist und Bobs optimistische Worte aus der Kirche womöglich bald wahr werden. Man müsse wissen, wann man kämpfen müsse und wann man jemanden an sich heranlassen und in die Gruppe lassen sollte. Obwohl Rick der Reise zum möglichen neuen Heim kaum im Weg steht, kann er es doch nicht lassen, Vorbereitungen zu treffen. Er entschuldigt sich für einen Moment und versteckt in einem Mixer eine Waffe. Ist die Ricktatur nun also vorbei? Oder kann er diese Seite von sich nie ganz ablegen? Zum ersten Mal an einem neuen Ort hört er das Leben und die Freude der Kinder, was ihn dazu veranlasst, in die Zukunft zu blicken. Bringt Alexandria also die rosige Zukunft für seine Kinder und seine Gruppe, die er sich erhofft?

Fazit

In der Episode The Distance trifft die Ricktatur auf ein versprochenes Paradies. Damit der Traum nicht wie eine Seifenblase platzt, prüft Rick alle möglichen Winkel genaustens ab. Zu oft schon wurde er enttäuscht und ist deswegen in Gefahr geraten. Nun aber scheint alles anders zu sein. Doch ein Quäntchen Zweifel bleibt. Schließlich muss man sich fragen, ob Rick sich anderen Anführern wird unterordnen können und wie genau Alexandria organisiert ist.

Ricks Zweifel sind notwendig und glaubhaft, wenn auch stellenweise etwas zu gewissenhaft und an einer Stelle (der Autofahrt im Dunkel) fehlgeleitet.

Aaron ist eine faszinierende Figur, die einige Hinweise darauf geben könnte, was man von den Leuten in Alexandria erwarten könnte. Er scheint relativ furchtlos zu sein (außer Eric ist in Gefahr), er ist stets freundlich, funktioniert unter Druck und ist daran interessiert, seine Gemeinschaft voranzubringen. Darüber hinaus glaubt er felsenfest daran, dass Ricks Gruppe genau die Ergänzung ist, die Alexandria braucht. Ob das noch andere Gründe als die offensichtlichen hat, muss sich zeigen. Ebenso, ob wirklich alle Personen aus Ricks großer Gruppe nach Alexandria passen. Die Erzählmöglichkeiten jedenfalls sind immens, wenn wir es dort mit einer funktionieren kleinen Mini-Gesellschaft zu tun bekommen und vielleicht einmal ein Positivbeispiel dafür sehen, wie man das Beste aus der Zombie-Apocalypse machen kann.

Wegen der Spannung, die hauptsächlich von der Dynamik zwischen Rick und Aaron ausgeht, kommt diese Episode ziemlich gut bei mir an. Optimist trifft auf Realist - das geht bei „The Walking Dead“ oft in eine bestimmte Richtung. Hier sieht es allerdings so aus, als würde man etwas anderes vorhaben, und das könnte sehr interessant sein.

Quelle: Review The Walking Dead 5x11: The Distance - Akrasia